Das im Juni 1973 komponierte Werk „The Headless Horseman“ wurde erstmals im Juli 1973 von der Manasquan (New Jersey) Summer School Concert Band aufgeführt. Die Partitur wurde anschließend überarbeitet und 1980 unter der persönlichen Aufsicht von John D. Forbes, einem Meister der Notensatzkunst und Herausgeber, gedruckt.
Dieses kurze Stück verdichtet eine ganze Menge Stoff in einer kurzen Zeitspanne. Die neun Takte lange Einleitung, „Adagio misterioso“, bereitet die Bühne für den Auftritt von Washington Irvings kopflosem Reiter, der in der klassischen Kurzgeschichte „Die Legende von Sleepy Hollow“ so anschaulich beschrieben und in klassischen Zeichentrickfilmen von Walt Disney und Ub Iwerks weiter zum Leben erweckt wurde. [Jetzt auf DVD: Der kopflose Reiter, Kapitel 18 aus „Cartoons That Time Forgot – The Ub Iwerks Collection Vol. 2“, aus der Blackhawk Films Collection / Image Entertainment ID4680DSDVD – Anm. d. Red.]
Das dissonante „Heulen“ in den Takten 8–9 könnte das furchterregende Wiehern des Hengstes sein, auf dem der Reiter dahinstürmt, um die Seelen der Ahnungslosen zu rauben. Ab Takt 10 nimmt der furchterregende Ritt seinen Lauf. „Hütet euch, hütet euch!“, warnen die tiefen Blechbläser in den Takten 14 und 15. Der Miniaturchor in den Takten 26–32 fleht verzweifelt um Erlösung, doch es gibt keine Hoffnung. Der Reiter setzt seinen Angriff in Takt 33 fort, sammelt in den Takten 36–38 seine Seelenernte ein und reitet in die Nacht davon.
Das einleitende Adagio misterioso sollte langsam und unheimlich sein, wenn möglich sogar langsamer als eine Viertelnote gleich 60. Die Lungenkraft der Posaunengruppe wird hier höchstwahrscheinlich der entscheidende Faktor sein. Das Allegro sollte nicht gehetzt werden: Die Achtelnoten in Takt 10 müssen präzise artikuliert werden, bei vollkommener Einstimmigkeit des Ensembles. Es ist darauf zu achten, dass die Tonhöhen in den Takten 14 und 15 richtig gestimmt sind und die Intervalle sorgfältig abgewogen werden. Falls vorhanden, können in den Takten 42–45 Temple Blocks anstelle des Woodblocks eingesetzt werden. Bitte beachten Sie die mit „Solo“ gekennzeichneten Passagen – bitte nur ein Spieler, danke.
Einige jüngere Musiker (und manche Zuhörer) haben sich von den ersten Takten erschrecken lassen – gut so! Diese kurze musikalische Reise steckt voller Dramatik und Spannung, also sollen die Zartbesaiteten lieber einen Bogen darum machen.
Timothy Broege