Das Orgelstück Feuerzungen entstand im Frühjahr 1998 als Auftragswerk des Kirchenchors St. Michael Zug: ein Abschieds-Geschenk an seinen langjährigen Dirigenten Paul Rohner.
Es basiert auf der Pfingst-Sequenz Veni Sancte Spiritus.
Wie Sturm und Feuer brausen die ersten Verse daher. Bunt wirbeln alle möglichen Melodie-Teile der Pfingst-Sequenz durcheinander.
Doch plötzlich verstummt der Sturm und in die Stille hinein ertönt der Ruf einer Wild-Taube (Symbol des Heiligen Geistes). Im Hintergrund geht der Choral leise weiter mit dem Vers
O lux beatissima (O überglückliches Licht). In diese entrückte Stimmung hinein ertönt aus nächster Nähe ein humorvoller Amselruf (mein persönliches Heilig Geist - Symbol).
Dieser Amselruf weitet sich zu einem vollständigen Thema aus, in das hinein die Anfangs-Melodie des Chorals wieder gewoben wird.
Carl Rütti (2019)