Zum 90. Geburtstag meines Londoner Klavier-Professors Kendall Taylor schrieb ich das Klavierwerk Symbole, das auf viele gemeinsame Erlebnisse zurückgreift. Mit Kendall Taylor zusammen bestiegen wir mehrere Gipfel in Wales; ich hatte mein Alphorn mit, und Kendall lehrte mich die Alphorn-Melodie, die Brahms von der Rigi an Clara Schumann sandte und später in seiner Symphonie verwendete. Ein Leichtes, all das aus dem ersten Satz Berg herauszuhören. Und doch bedeutet mir dieser Satz weit mehr als Erinnerungen. Berg steht für mich als Symbol der Grösse, der Dauer, des Ewigen, eines Weges, der immer weiter geht. Kendall Taylor und seine Frau pflegen einen wunderschönen Rosengarten mit viel Liebe. Die Rose, jene vielbesungene Blume der Liebe, ist ein Symbol für Schönheit, für unantastbare Geheimnisse und für traurige Vergänglichkeit. Hermann Hesse schildert in seinem Buch Das Glasperlenspiel, wie ein junger ahnungsloser Schüler zum alten Meister kommt und wie dieser ein Zeichen aus dem Weisheitsbuch ,,I Ging" zur Begrüssung aufschlägt, das Zeichen „Mong": es stellt einen Berg dar, an dessen Fuss eine Quelle entspringt; darunter stehen die Worte: „Jugendtorheit hat Gelingen. Nicht ich suche den jungen Toren, der junge Tor sucht mich". Quelle versucht dieses Bild des jugendlichen Toren beim alten, weisen Meister - oder eben der Quelle am Fusse des Berges - einzufangen.
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