Sein Heilig Wq 217 ist nur kurze 6 Minuten lang. In diese wenigen Minuten jedoch legte Bach seine ganze Kunst, wie er selbst an seinen Verleger schrieb: „Hier habe ich den meisten und kühnsten Fleiss bewiesen … Es soll mein Schwanenlied von dieser Art seyn, und dazu dienen, dass man meiner nach meinem Tod nicht zu bald vergessen möge“. C.P.E. Bach fordert für seine Kunst eine ungewöhnliche Besetzung: zwei vollständige Orchester mit je 3 Trompeten, 2 Oboen und Streicher und zwei gemischte Chöre. Ein empfindsames Alt-Solo leitet das Werk ein und bereitet den Dialog zwischen dem Chor der Engel und der Völker vor. Es ist ein musikalisches Erlebnis, wenn der Engelchor mit seinem dritten Einsatz, von f-Moll über den Tritonus-Abstand nach H-Dur modulierend, mit ungewöhnlichen dynamischen Wechseln stets aus dem piano kommend, das unerwartete, gemeinsame fortissimo aller Kräfte im C-Dur einleitet. Eine kräftige vierstimmige Fuge schliesst das kurze Werk ab.