Für die Musik zum Mundart-Musical Die Schwarzen Brüder, das 2012 von Schülerinnen und Schülern in Arlesheim (BL, Schweiz) aufgeführt wurde, liess sich Marco Nussbaumer von der Volksmusik des Tessins inspirieren. Die Liedtexte basieren auf dem gleichnamigen Roman von Lisa Tetzner. Die vorliegende Ouvertüre für Blasorchester vereint die wichtigsten Themen des Musicals zu einer in sich geschlossenen Konzertfassung.
Zu Beginn erklingt die «Tessinermusik». Der zwölfjährige Giorgio lebt mit seiner Familie in ärmlichen Verhältnissen in Sonogno im Verzascatal. Nach zwei Jahren voller Missernten, Hunger und Schicksalsschläge sieht sein Vater keinen anderen Ausweg mehr, als den Jungen als Kaminfegerbuben nach Mailand zu verkaufen.
Giorgio verabschiedet sich von seiner Familie (Z. 14) und macht sich auf den Weg zum Treffpunkt in Locarno. Dort begegnet er zahlreichen weiteren Jungen. Bei der Überfahrt über den Lago Maggiore gerät das völlig überfüllte Boot der Kinderhändler in einen schweren Sturm (Z. 17). Das Boot kentert, und nur Giorgio, sein Freund Alfredo sowie ein Kinderhändler überleben das Unglück. In Mailand angekommen, wird Giorgio an einen Kaminfegermeister verkauft und muss die schwere und gefährliche Arbeit eines Kaminfegers erlernen (Z. 30).
Die Kaminfegerjungen leiden unter Hunger, Rauchvergiftungen und den Misshandlungen ihrer Meister. Zusätzlich werden sie von den «Wölfen», einer Bande Mailänder Jungen, verfolgt, verspottet und verprügelt. Um sich zu schützen, schliessen sie sich zur Gemeinschaft der «Schwarzen Brüder» zusammen (Z. 36). Gemeinsam finden sie die Kraft, sich gegen ihre Peiniger zu behaupten und ihr schweres Schicksal zu ertragen.
Als Alfredo schwer erkrankt und schliesslich stirbt, beschliessen einige der Kaminfegerjungen die Flucht (Z. 38). Nach einem langen und kräftezehrenden Weg erreichen sie schliesslich ihre Heimat und kehren ins geliebte Tessin zurück (Z. 40).