„The Renaissance Fair“ wurde als Fortsetzung des Blasorchesterwerks der Komponisten, „Fanfare Ode & Festival“, in Auftrag gegeben. Ursprünglich für das erstklassige Mittelschulblasorchester bestimmt, das das Werk in Auftrag gegeben hatte, eignet sich „The Renaissance Fair“ auch für Highschool-Blasorchester und technisch versierte Junior-High-Blasorchester. Die hervorragende Demonstrationsaufnahme stammt vom Bläserensemble der University of Michigan unter der Leitung von H. Robert Reynolds.
Die dreisätzige Suite schildert ein fröhliches Beisammensein von Adligen und Bauern zu einer Unterhaltung mit Tanz und Zauberei. Holz- und Blechbläser sollen ihre historischen Vorbilder imitieren. Schlaginstrumente sorgen für Klangfarbe – sie dienen der Textur und dem Glanz.
Der zwitschernd-majestätische erste Satz, ENTRY OF THE COURT, ist die berühmte Courante (CLXXXIII) aus Prætorius’ Terpsichore von 1612. In dieser Blasorchesterfassung sind die Holzbläser in extremen Registern angeordnet – hoch bei den Flöten und tief bei den Kontraklarinetten –, um einen brillanten und schwerelosen Klang eines Blasorchesters des 16. Jahrhunderts zu erzielen. Ein anschließender Wechsel zu tiefen Klängen verleiht dem Ende des Satzes mehr Gewicht und einen feierlichen Charakter.
Der beschwingte zweite Satz, SHEPHERDESSES’ DANCE, ist die bekannte Basse Danse, „Bergerette sans roch“, aus Susatos Het derde musyck boexken (genannt Danserye) von 1551. Dieser Satz kann in einem Tempo zwischen mäßig langsam und mäßig schnell aufgeführt werden. Wechselnde Chöre sorgen für deutliche Kontraste in der Klangtextur, wobei insbesondere die Blechbläser im Vordergrund stehen.
Der rasante dritte Satz, THE MAGICIANS, ist der letzte Tanz auf dem letzten Folio der „Danserye“, die relativ unbekannte Gaillarde (XV), „Le tout“, ein außergewöhnliches, von ausgeprägter Lebhaftigkeit geprägtes Stück. Komplexe Percussion-Stimmen treiben die Musik voran, bis ein abrupter Wechsel von Tonart und Klangfarbe unsere musikalische Galaxie aus dem Gleichgewicht bringt. Temple Blocks kündigen ein abruptes Ende an, die Musik stürzt sich über die Stille hinaus.
Bob Margolis