Unter dem Titel «La Corona d'Italia – Fanfara per Musica Militare» entstand im Jahr 1868 eine Originalkomposition für Blasorchester, die zugleich als letztes Werk im musikalischen Schaffen von Gioachino Rossini (1792–1868) gilt. Es wurde zum Dank für seine Ernennung zum Grosskreuzritter der italienischen Krone durch König Vittorio Emanuele II. in seiner Anwesenheit von mehreren Militärkapellen mit über 100 Musikern uraufgeführt.
"Ich habe dieses kleine Musikstück so komponiert, dass es, wie sich versteht, zu Fuss gespielt werden kann und dabei nicht nur die alten Instrumente verwendet werden sollen, sondern auch die ausgezeichneten neuen, die wir dem berühmten Erfinder und Instrumentenbauer Sax verdanken. Ich kann mir vorstellen, dass die Dirigenten der italienischen Militärkapellen sich dieser Instrumente nicht wie sonst überall bedienen. Wenn etwa durch Zufall dieser einzige Fortschritt unserer Zeit nicht von ihnen übernommen worden ist, so bitte ich Eure Exzellenz um Ihre Bereitschaft, meine Partitur einem guten Komponisten von Militärmusik zu übergeben, damit er sie der üblichen Instrumentation anpasst und dabei mit guter Urteilskraft und Geduld die melodische und harmonische Wirkung der ursprünglichen Fanfare bewahrt." [Rossini]
Eine weitere denkwürdige Aufführung fand am 25. November 1878 für König Umberto I. und Margarete von Savoyen auf der Piazza Quirinale in Rom statt, wo La Corona d'Italia unter der Leitung von Maestro Eugenio Terziani mit über 300 Musikern gespielt wurde. Danach geriet das Stück in Vergessenheit und wurde erst beinahe hundert Jahre später von William A. Schaefer in der Bibliothek des British Museum wiederentdeckt und neu instrumentiert. Sein Arrangement für modernes Blasorchester erschien 1977 unter dem Titel Scherzo for Band, ist mittlerweile jedoch vergriffen.
Die vorliegende Edition basiert auf einer im Verlag Presso L'Editore Giuseppe Muzzi verlegten handschriftlichen Kopie des Autografs und orientiert sich weitgehend am Originaltext des Komponisten. Abgesehen von Rossinis Tempoangabe Allegro sind diverse Metronomangaben überliefert, deren Authentizität jedoch fraglich ist. Um der historischen Aufführungspraxis und dem Werkcharakter gleichermassen gerecht zu werden, empfehlen die Herausgeber ein Zeitmass von punktierter Viertel ♩. = ca. 80–88 BPM.