Partitur im DIN-A3-Format enthalten.
Hintergrund
1992 komponierte ich ein Konzert für traditionelle Jazzband und Orchester, Playing With Fire, für die Jim Cullum Jazz Band und die San Antonio Symphony. Dieses Werk entstand als Hommage an die traditionelle Jazzmusik, die ich während meiner Kindheit in der Nähe von New Orleans so oft gehört hatte.
Die Entstehung von Playing With Fire bereitete mir enorme Freude, und meine Liebe zum frühen Jazz kommt in jedem Takt des Konzerts zum Ausdruck. Nach der Fertigstellung wurde mir jedoch bewusst, dass die Einflüsse des traditionellen Jazz das Werk dominierten und meiner eigenen musikalischen Stimme kaum Raum ließen. Ich verspürte das starke Bedürfnis, ein weiteres Werk zu komponieren, das meine Liebe zum frühen Jazz mit meinem eigenen musikalischen Stil verbinden würde.
Blue Shades
Vier Jahre und mehrere Kompositionen später nutzte ich endlich die Gelegenheit, diesem Bedürfnis nachzukommen, indem ich Blue Shades komponierte. Wie der Titel schon andeutet, spielt das Werk auf den Blues an, und ein Jazz-Feeling ist vorherrschend – allerdings handelt es sich nicht im wörtlichen Sinne um ein Blues-Stück. Es gibt keine einzige 12-taktige Blues-Progression, und abgesehen von einigen vereinzelten Abschnitten wird die Achtelnote nicht geswingt.
Das Werk ist jedoch stark vom Blues beeinflusst: „Blue Notes“ (abgeminderte Terzen, Quinten und Septimen) werden ständig verwendet; Blues-Harmonien, -Rhythmen und -Melodien durchziehen das Werk; und viele „Schattierungen von Blau“ werden dargestellt, von hellem Blau über dunkles und schmutziges bis hin zu heißem Blau.
Zeitweise parodiert „Blue Shades“ einige der Klischees aus der Big-Band-Ära, nicht um diese Konventionen zu verspotten, sondern als Hommage. Ein langsamer und ruhiger Mittelteil erinnert an die Atmosphäre einer dunklen, verrauchten Blues-Kneipe. Ein ausgedehntes Klarinettensolo gegen Ende erinnert an Benny Goodmans „heißen“ Spielstil und leitet eine Reihe von „klagenden“ Blechbläserakkorden ein, die an die damals häufig verwendeten Zugpfeifeneffekte erinnern.
„Blue Shades“ entstand im Auftrag eines Konsortiums aus dreißig Universitäts-, Gemeinde- und Highschool-Blasorchestern unter der Schirmherrschaft des „Worldwide Concurrent Premieres and Commissioning Fund“. Alle Auftraggeber werden am Ende dieser Programmnotizen namentlich genannt.