Basierend auf dem lateinischen Ordinarium (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus-Benedictus, Agnus Dei) und weiteren Messteilen (Introitus, Halleluja, Offertorium, Wandlung, Kommunion, Schlusslied, Auszug) werden Bilder aus den Visionen des Hl. Bruder Klaus sowie sein Meditationsbild vertont - nur in Musik, nicht in Worten. Obwohl mich die eigentlichen Worte der drei grossen Visionen des Heiligen bereits mehrmals zu Kompositionen inspiriert hatten (zu Klavierstücken, einem Orgelkonzert, einer Kantate und im eigentlichen Wortlaut 2013 zur Symphonie für Solosopran, Solo-Orgel, Perkussion und Streicher), machte ich mich beim Komponieren dieser Bruder Klaus Messe noch einmal völlig neu an diese grossartigen Visionen heran und verwendete praktisch nichts aus meinen früheren Vertonungen. Bruder Klaus Visionen sind so unglaublich reich an musikalischen Bildern und Geheimnissen, dass es sich lohnt, immer und immer wieder neu an sie heran zu gehen.
'Mein Herr und mein Gott', sein bekanntes Gebet, darf natürlich auch nicht fehlen. Es erklingt viermal im Verlauf dieser Messe:
- Als Offertorium habe ich eine Neuvertonung für Chor a cappella geschrieben.
- Während der Kommunion erklingt die selbe Neuvertonung in einer Zwiesprache zwischen Chor und Orchester.
- Als Schlusslied stimmt auch die Gemeinde ein und singt in der bekannten Melodie J.G. Scheels mit.
- Als Obwaldner Bet-Ruf schliesslich ruft es der Chor in seiner Urfassung ('O myn got') in die Auszugmusik hinein.
Zudem hören wir die Bitten eines einzigen 'Vater unsers' über die ganze Messe verteilt aus der Ferne von Sängerknaben gesungen, dies, weil überliefert ist, dass Br. Klaus auf seinem jährlichen Pilgerweg zu Fuss auf versteckten Pfaden nach Einsiedeln ein einziges 'Vater unser' gebetet hat, welches ihm die ganze Zeit der Pilgerwanderung ausfüllte.' (Carl Rütti)